Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten

Liebe Bahamas Redaktion,

wir hätten von der Redaktion eine konstruktive Kritik erwartet, die auch angebracht ist, an diesem Konglomerat, was sich hinter dem „Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten“ verbirgt, und keine Brandrede, wo auch noch Fakten schlechtweg verkehrt sind. Es ist noch um zu ärgerlicher, da wir wissen, daß sie der Redaktion bekannt sind, dass sich alle geweigert hätten, die sich am 25.10. vor dem Kino befanden, die Polizei zu rufen, von Einzelnen wurde sie gerufen , auch in dem Fall, wo jemand nach 25. 10. von einem Nazi aus der B5 angriffen wurde, ist eine Anzeige erfolgt, aber man lässt es einfach unter den Tisch fallen, da es nicht in Euer vorgefertigtes Bild paßt, was ihr von der Hamburger Linken habt.

Zu kritisieren ist, daß die Veranstalter, die Gruppe Kritikmaximierung und die Betreiber des B-movies, am 25. 10. nicht die Polizei geholt haben, um das Zeigen des Filmes „Warum Israel“ durchzusetzen. Sie möchten weiter im linken Sumpf schwimmen, begeben sich damit in Opferrolle der Antisemiten, statt die Polizei zu holen, denn sie ist noch immer das größere Feindbild als die (Links)Nazis aus der B5, soweit hat es die Linke noch nicht gebracht ein pragmatisches Verhältnis zur Polizei zu entwickeln.

Ihr schreibt: „So wurden nicht erst die Besucher von Lanzmanns Film Warum Israel am 25. Oktober am Betreten des Kinos gehindert und auch geschlagen. Wer als Freund Israels der antisemitischen Kiezmiliz auffällt und auch noch in St. Pauli wohnt, dem kann es geschehen, dass er beobachtet, verfolgt, gestellt und zusammengeschlagen wird. Das geht seit spätestens dem Frühjahr 2004…. so, und jeder weiß dies“. Wenn man kritisiert, sollte man bei den Tatsachen bleiben, denn bereits 2002 gab es die Auseinandersetzung im FSK mit der B5. Auch Ihr habt mit der Demo nicht den Erfolg gehabt, eine endgültige Schießung der B5 zu erwirken. Während Ihr schon wieder im sicheren Kiez Kreuzberg ward, wurden in Hamburg Leute bedroht.

Recht geben wir Euch, daß die Nazis aus der B5 nicht anders behandelt werden dürfen als jeder andere Nazi. Dies wäre die Aufgabe der Antifa. Es wird still schweigend geduldet, weil man die B5 noch irgendwie für links hält.

Auch jetzt konnte die Forderung „Schießung der B5“ nicht durchgesetzt werden, da dieser Zusammenschluß ein reines Zweckbündnis ist und die einzige Gemeinsamkeit darin besteht den Film zu zeigen.
Da wir nicht so selbstherrlich sind wie die Bahamas Redaktion und annehmen würden, was sie uns indirekt empfiehlt, dass wir etwas erreichen würden, wenn wir mit vielleicht 100 Leuten vor der B5 stehen würden und lauthals unsere Forderung „ Schließung der B5“ skandieren, gehen wir den pragmatische Kompromiss mit dem Bündnis ein.

Wenn es nicht gerade der Film „Warum Israel“ gewesen wäre, sondern ein xbeliebiger anderer sehenswerter Film, einer, an dem die Nazi der B5 Anstoß genommen hätten und der Vorfall, daß jemand auf offener Strasse zusammengeschlagen wird, so hättet Ihr kaum Notiz davon genommen, es hätte auch kein Bündnis gegeben. Es ist nur ein zivilisatorischer Mindeststandart, der durchgesetzt werden muß. Wenn es am 13.12.09 wieder so eine Pleite gibt, wie am 25. 10., dann machen wir uns zu Opfern derjenigen, die das antisemitische Ticket gewählt haben. Das sind für uns Gründe genug, um das Bündnis mit zu tragen.
Nur weil wir zivilisatorische Mindeststandarte verteidigen und nicht größenwahnsinnig sind, haben wir unsere Israelsolidarität aufgegeben?
Das möchte uns bitte die Redaktion mal erklären.

Da es aber der Film „Warum Israel“ ist, ist es notwendig, daß man den linken Antisemitismus bekämpft. Der Aufruf des Bündnisses wurde immer aufgeweichter, dies wurde von euch zu Recht kritisiert, aber es wäre angenehmer, wenn ihr die Kritik in sachlicher, nicht aber in beleidigender Weise vorgetragen hättet.

Auch wir kritisieren die Erklärungen der Veranstalter, die Gruppe Kritikmaximierung und das B-movie. Beide Erklärungen wenden sich in empörter Weise gegen die Zensur durch die benachbarte Kiezmiliz des B-movies. In der Erklärung der Gruppe Kritikmaximierung taucht nur Israel im Zusammenhang mit der B5 auf, „Der rasende Hass auf Israel lässt bei den selbsterklärten Linken aus einem Vorderhaus in der Hamburger Brigittenstraße offensichtlich alle Sicherungen durchbrennen“, ansonsten findet man in beiden Erklärungen weder ihre Haltung zu Israel noch ein Wort zum Begriff des Antisemitismus.
Ihre Solidarität zu Israel reicht noch nicht mal zu einem Lippenbekenntnis. In wie weit es auf die anderen Gruppen und Einzelpersonen im Bündnis zutrifft, wäre zu diesem Zeitpunkt Spekulation oder Hellseherei.

Ein letzter Punkt, Ihr schreibt: „Eine Antwort, als dringender Appell an unsere Freunde sei vorausgeschickt: Unterschreibt diesen Hamburger Aufruf nicht, beziehungsweise zieht Eure leichtfertig gegebene Unterschrift öffentlich zurück!“
Da wir unter anderen damit gemeint sind, wollen wir auch darauf reagieren. Wir taugen nicht zu Jasagern und auch nicht zu bibeltreuen Bahamaslesern. Dies wäre purste Ideologie, aber das muß man Ideologiekritiker jawohl nicht sagen.

Antideutsche Gruppe Hamburg