Unser Islam

Vortragsreihe der Hamburger Studienbibliothek
Unser Islam
Zum Gebrauchswert von Glaube und Identität in Zeiten der Aufklärungsverdrossenheit
16.11.2011
Klaus Blees
Deutsche Islampolitik zwischen Ausgrenzung und Pseudointegration
23.11.2011
Esther Webman
Der antisemitische Diskurs in der arabischen Welt – Transfer, Internalisierung und Recycling
30.11.2011
Kenan Malik
Verrat an der Freiheit – Linke, Rechte und der Islamismus
07.12.2011
Pınar Selek
Die Transformation der Männlichkeit in der Türkei

Jeweils Mittwoch, 18.30 Uhr, Hörsaal 1 des Geomatikums, Bundesstr. 55

Sex, Djihad und Despotie

Thomas Maul

Sex, Djihad und Despotie

Seit dem 11. September 2001 wird in der westlichen Öffentlichkeit die Frage diskutiert, was der Islam mit dem weltweit agierenden Suizid- und Tugendterror zu tun hat, der in seinem Namen zuförderst gegen Juden, Frauen und Homosexuelle sich richtet.

In Thomas Mauls kritischer Analyse des klassisch-schariatischen Geschlechterverhältnisses und der ihm entsprechenden Sexualpolitik im Spannungsfeld von Religion (Eschatologie, Ritualpraxis) und Gesellschaft (Patriarchalismus, orientalische Despotie, Djihad-Doktrin) erweist sich die Gemeinschaft der Gläubigen (Umma) als wesenhaft durch einen Phallozentrismus konstituiert, der in der Moderne notwendig in die Krise gerät. Die gegenwärtige barbarische Gewalt des Kollektivs ist damit nichts anderes denn eine anachronistisch-pathologische Verteidigung der im Verfall begriffenen Tradition und gilt in letzter Instanz immer dem (sexuell) selbstbestimmten Individuum.

28.04.2011 um 19:30hr im Sonninraum im Gemeindehaus der St. Michaelskirche
Englische Planke1
20459 Hamburg

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lübek

Wer denkt, ist in aller Kritik nicht wütend: Denken hat die Wut sublimiert.“

Theodor W. Adorno<

Vortrag von Justus Wertmüller (Redakteur der Berliner Quartalszeitschrift BAHAMAS) .

16. September 2010

fällt aus

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Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten

Austritt aus dem Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten

Wir stehen weiterhin hinter der Forderung: „Schließung der B5“, auch haben die Personen, die von der B5 und Umfeld angegriffen werden, unsere Solidarität.

Aber diese Forderung „ Schließung der B5“ ist, wie sich immer wieder zeigt, innerhalb des Bündnisses nicht konsensfähig und dafür gibt es auch einen Grund: man möchte immer noch Teil der Linken bleiben und in sie hinein mobilisieren, man will keinen abschrecken.
Jüngstes Resultat dieser vom Grundsatz her verfehlten Politik ist die Distanzierung des Bündnisses vom sogenannten „Flaschenwurf“. Statt sich darauf zu konzentrieren, was der einzige Sinn und Zweck der Gründung dieses Bündnisses war, nämlich die Denunziation und Ausgrenzung von Antisemiten, die sich der Linken zurechnen (und, wie sich zeigt, auch von Teilen des Bündnisses weiterhin der Linken zugerechnet werden), macht man sich Sorgen um das „Ansehen“ des Bündnisses innerhalb dieser Linken oder gar in der öffentlichen Meinung. Die Presse wird aber ihre Meinung, dass diese Auseinandersetzung nichts weiter sei als ein Familienstreit innerhalb der Linken, gerade aufgrund dieser Distanzierung, kaum ändern – beweist doch die Politik dieses Bündnisses jedes Mal aufs Neue, dass es sich objektiv um nichts anderes handelt. Und auch innerhalb der Linken dürfte die Distanzierung ihren Zweck verfehlen – wie sich deutlich an einem der Gäste in der Sendung „Nachmittagsmagazin
für subversive Unternehmungen“ im FSK am 31.5.2010 zeigte, der nichts von der Distanzierung gehört hatte und zu der Quintessenz kam, Schläger gäbe es auf beiden Seiten und durch Reden würde man schon die Missverständnisse regeln.

Angetreten, einen als falsch erkannten Konsens aufzubrechen, verwandelt sich dieses Bündnis in einen Verein mit einem eigenen positiv bestimmten, linken Konsens: dem einer Gemeinschaft, der ‚Anständigkeit’ all seiner Mitglieder das höchste Anliegen ist. Dieses Bündnis führt mal wieder somit nur im Kleinen vor, was Prinzip jeder „großen“ linken Politik ist: der Öffentlichkeit zu beweisen, dass man der „böse Bube“ nicht ist, für den man gern gehalten wird. Ein Ziel, das, wie die linke Politik immer wieder bewiesen hat, erst dann erreicht werden wird, wenn man tatsächlich auf jede Kritik am herrschenden Konsens verzichtet.

Die naive Hoffnung, die wir im Oktober hatten, dass nach der Filmverhinderung die Hamburger Restlinke eine eindeutige Haltung zum Antisemitismus bezieht, zerplatzte jedenfalls schon im Vorfeld zur Demo wie eine Seifenblase. Die meisten verschanzten sich hinter ihren sogenannten Erlebnissen mit den Antideutschen, um keine Position zu Israel haben zu müssen und gingen lieber ein stillschweigendes Bündnis mit der B5 ein, was die Schläger gestärkt hat, wie auf der Abschlusskundgebung durch die Transparente sichtbar wurde. Genau diese Stärkung erfahren sie eben auch durch diese Distanzierung von den „Flaschenwerfern“.

Warum, so stellt sich uns die Frage, soll man sich mit der Hamburger Linken überhaupt noch befassen, da man doch weiß, dass sie sich seit den 90iger Jahren nicht weiter entwickelt hat, wie sich exemplarisch zeigt an Zitaten aus dem nicht gehaltenen Redebeitrag der Gruppe 170:
„Die Diskussion über Israel hat auch die logische und notwendige Voraussetzung, Kritik an der Politik des Staates Israel zuzulassen. Das heißt: Kritik an den aggressiven Anteilen der israelischen Politik des Staates Israel nicht reflexhaft mit der stereotypen Anklage des Antisemitismus zu begegnen.“……
„Wir wollen keine, und damit meinen wir keine Nationalfahnen sehen. Die Nation ist für uns keine politisch legitime Struktur: keine Nation.“……
Die Antifaschistinnen und Antifaschisten, die 2004 auf unserer Demonstration in Barmbek keine Nationalfahnen zuließen, sind nicht eines Geistes mit Antisemiten, wegen derer wir heute hier auf der Straße stehen.“……

Natürlich werden Menschen aus der Linken immer wieder zu einer eindeutigen Position zu Israel gelangen, aber dazu brauchen sie kein Bündnis, das sich jeder eindeutigen Position entzieht, nur um in kein Fettnäpfchen zu treten. Man sollte eben von linken Antisemiten nicht so sprechen, als ob diese sich von den übrigen Antisemiten unterschieden. Der Begriff ‚linke Antisemiten’ ist verharmlosend, man unterstellt damit, dass bei diesem Linken noch Aufklärung möglich ist. Doch auch sie wollen, dass der „Kriegstreiber Israel“ verschwindet, auch ihnen geht es darum, die Judenvernichtung zu vollenden – es ist also verfehlt, sie von anderen Nazis prinzipiell abzugrenzen.

deutsche Ideologie

Zur Aktualität der deutschen Ideologie

Deutschland und kein Ende

Deutsch-Sein, das ist der Name für eine Ideologie und Praxis, die auf den Endsieg, d.h. die Vernichtung zielt: theoretisch geht es um die Leugnung der für die Erkenntnis der Wahrheit notwendigen Vermittlungen, praktisch um die Vernichtung derjenigen, die der Deutsch-Seiende als die Personen identifiziert, von denen er sich daran gehindert sieht, sich den kapitalistisch, also aufgrund von Vermittlungen produzierten Reichtum, unmittelbar anzueignen – was im Resultat das Kapital in seine Selbstvernichtung treiben muß.

So, also logisch bestimmt, gibt es Deutsche überall auf der Welt. Möglicherweise sogar, wie etwa bis weit in die 1920er Jahre hinein in Frankreich oder heute in den islamischen Ländern, mehr in anderen Staaten als in Deutschland selbst. Deutsch-Sein, das ist weder ein anthropologischer noch ein von irgendeiner Staatsbürgerschaft abhängiger Begriff. Dennoch: historisch und geopolitisch ist und bleibt das Deutschland, so wie es als postnazistischer Staat heute existiert, der notwendige Ort, wo der (Selbst-) Vernichtungswille des Kapitals sich materialisieren muß, damit das auch andernorts existierende Deutsch-Sein wirklich siegen kann. Das darf, so sehr die Logik – allein für sich betrachtet – auch etwas anderes nahelegen mag, nicht übersehen werden.

Referat: Manfred Dahlmann ISF Freiburg/Wien

11.6.2010 um 19:30 Uhr

St. Petri Altona

Schillerstr. : 22-24

22767 Hamburg

Antideutsche Gruppe
Hamburg